Neubau der Europäischen Zentralbank, Frankfurt a. M.

2004 gewann COOP HIMMELB(L)AU den Wettbewerb für die Neugestaltung der Europäischen Zentralbank. Der Entwurf besteht aus drei Hauptelementen: Der ehemaligen Großmarkthalle mit neuen baulichen Strukturen im Innenraum, einem Doppelbüroturm mit turmhohem Atrium und einem sogenannten Eingangsbauwerk. Rund 2300 Arbeitsplätze entstehen auf dem Areal. Das Hochhaus besteht aus zwei polygonalen Türmen, die über ein Atrium miteinander verbunden sind. Der nördliche Turm zählt 45 Stockwerke, der südliche 43. Mit seiner Höhe von 185 Metern und seiner charakteristischen Silhouette ergänzt der Doppelturm die Frankfurter Skyline. Das Ziel, dass ihr neues Gebäude 30 % energieeffizienter ist, als es die Energieeinsparverordnung 2007 verlangt, erreicht die EZB durch vielfältige Maßnahmen.

Die heute unter Denkmalschutz stehende Großmarkthalle wurde von 1926 bis 1928 nach Plänen des Frankfurter Stadtbaudirektors Martin Elsaesser errichtet. Die historische Tragwerkskonstruktion war zur Zeit ihrer Fertigstellung neuartig und machte sie zur größten stützenfrei überspannten Eisenbetonhalle der Welt. Wichtiger Bestandteil der Baumaßnahme war die Sanierung der Großmarkthalle; ihr grundlegendes Erscheinungsbild blieb erhalten, die Fassaden und Oberflächen wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz grundlegend saniert. Sie nimmt die öffentlichsten Funktionen der EZB auf. Über den Haupteingang wird der Hallenraum erschlossen, in dem die Lobby sowie Ausstellungsflächen, ein Besucherzentrum, ein Mitarbeiter-Restaurant, eine Cafeteria, Bibliothek und Konferenzräume untergebracht werden. Die neuen Nutzungen werden als „Haus im Haus“ in die Halle eingestellt.

Das Eingangsbauwerk markiert den Haupteingang der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Sonnemannstraße und stellt eine visuelle Verbindung zwischen dem Hochhaus und der Großmarkthalle her. Mit seinem asymmetrischen Zuschnitt, seinen schrägen Fassaden und großzügigen Fensterflächen bildet es den gestalterischen Auftakt für das dahinter aufragende Hochhaus. Im Eingangsbauwerk selbst ist der Bereich für die Pressekonferenzen der EZB untergebracht. Erschlossen wird der Pressekonferenzraum durch eine Lobby, über der sich Arbeitsplätze befinden, die Journalisten während Pressekonferenzen nutzen können. Neben dem großen Konferenzraum steht ein weiterer Vortragssaal zur Verfügung.

Interessierte haben hier die Möglichkeit, mehr über das Bauprojekt EZB auf Youtube zu erfahren